Wasser ist so selbstverständlich wie die Luft zum Atmen: Es ist immer verfügbar in ausreichender Menge, hoher Qualität und zu jeder Tages-/ und Nachtzeit. Wir nutzen Trinkwasser unter anderem: als Erfrischung, für die Zubereitung von Speisen und Getränken, zur Körperhygiene, zur Reinigung von Wäsche, Geschirr und Haushalt.
Eine sichere und zuverlässige Wasserver- und Abwasserentsorgung ist Daseins-
vorsorge für die Menschen.
Trinkwasser ist günstig
Eine hohe Trinkwassergüte, eine umfassende Überwachung der Trinkwasserqualität, der Bau und Betrieb sowie die Pflege von Anlagen und Rohrnetz – das alles ist nicht zum Nulltarif zu haben.
In Deutschland und insbesondere in Bayern ist Trinkwasser vergleichsweise günstig. So kostet ein Kubikmeter (1.000 Liter) im Bundesdurchschnitt 1,86 Euro (2008) und ein Liter damit nur rund 0,2 Cent. In Bayern kostet ein Kubikmeter durchschnittlich nur 1,49 Euro, der Liter rund 0,15 Cent.
Aussagekräftiger als der Preis pro Kubikmeter ist die Kostenbelastung pro Kopf. Für den gesamten Trinkwasserbedarf von durchschnittlich 121 Litern (2008) täglich gibt in Deutschland jeder nur rund 22,5 Cent am Tag oder 82 Euro im Jahr aus. Aufgrund der
touristischen Attraktivität des Freistaates lag der durchschnittliche Wasserverbrauch in Bayern 2008 täglich bei 138 Litern pro Einwohner und damit um 14 Prozent höher als im Bundesdurchschnitt.
Der qualitativ hochwertige Wasserreichtum in Bayern wirkt sich jedoch kostensenkend auf den Wasserpreis aus. Die durchschnittlichen jährlichen Wasserkosten jedes Bürgers lagen in Bayern 2008 somit bei 75 Euro pro Jahr, dies sind 7 Euro weniger als im Bundesdurchschnitt.
Wasserversorgungsgebiet KELHEIM

Kelheimer Trinkwasserversorgung: Zahlen und Fakten
Nach über einem Jahrhundert stellt die Kelheimer Wasserversorgung heute eine moderne Institution dar, die sich stets an aktuellen Entwicklungen orientiert und gleichzeitig ihrer „traditionellen“ Aufgabe treu geblieben ist – der zuverlässigen Versorgung der Bürger immer mit hervorragendem Trinkwasser aus der Region.
So gewinnt die SWK das benötigte Trinkwasser derzeit aus vier Brunnen. Weitere vier Brunnen wurden aufgrund fehlender Wasserschutzgebiete und zu geringer Förderung außer Betrieb genommen.
Ein kurzer Blick auf die Zahlen der Kelheimer Wasserversorgung genügt, um festzustellen, dass die vier Brunnen mehr als ausreichend Wasser bieten. Benötigen die Kelheimer Bürger pro Jahr rund 1,1 Millionen Kubikmeter Wasser, stehen von Seiten der Stadtwerke jährlich 3,5 Millionen Kubikmeter zur Verfügung, was der maximal erlaubten Fördermenge entspricht.
Über ein Netz von insgesamt fast 140 Kilometern an Hauptleitungen und fast 90 Kilometern an Hausanschlussleitungen gelangt das Kelheimer Trinkwasser aus den vier Brunnen und sieben dazugehörigen Hochbehältern in rund 5.000 Haushalte. Diese verteilen sich auf die einzelnen Versorgungsgebiete Weltenburg, Staubing, Stausacker (mit Nierand), Kelheim und Kelheimwinzer (mit Winzerberg).
Übrigens: Nicht nur, wie die Kelheimer mit Wasser versorgt werden, lässt sich in Zahlen beschreiben, sondern auch wofür sie die durchschnittliche Menge von 135 Litern pro Tag verwenden:
- 48,0 Liter für Körperpflege
- 36,5 Liter für die Toilettenspülung
- 16,2 Liter fürs Wäschewaschen
- 8,4 Liter fürs Geschirrspülen
- 8,3 Liter für Reinigungsarbeiten und für die Gartenbewässerung
- 5,6 Liter zum Kochen
- 12,0 Liter für sonstige Verwendungszwecke
Damit liegt der „typische“ Kelheimer zwar 5 Liter über dem Bundesdurchschnitt, jedoch ganze zehn Liter unter dem bayerischen Durchschnittswert.
Herkunft und Qualität
Die Lage und Qualität von Grundwasservorräten steht immer in engem Zusammenhang mit den geologischen Bedingungen und Einflüssen vor Ort – so auch in Kelheim. Dass von den ursprünglich acht Brunnen der Kelheimer Wasserversorgung jene vier ausgewählt wurden, die inzwischen in vollem Maß den Trinkwasserbedarf decken, hängt vor allem mit ihrer Lage und den natürlichen Gegebenheiten der Region zusammen.
In den Tiefen der Landschaft in und um Kelheim hat vor allem der sogenannte Weißjura seine Spuren hinterlassen – in Form von Kalkgestein, das sich unter Einfluss von Wasser leicht auflöst. Erfreulicherweise entstanden dadurch in der Juraperiode Karstlandschaften mit einem hohen Anteil an Klüften und Spalten, die das Gestein der Kelheimer Region zu einem idealen Grundwasserleiter gemacht haben.
Die wichtigste Leistung einer guten Wasser-
versorgung ist ohne Zweifel eine einwandfreie
und konstante Qualität. Die Lage der Brunnen
und Grundwasservorräte, aus denen das
Kelheimer Trinkwasser gewonnen wird, bietet
dafür die besten Voraussetzungen.
Nicht ohne Grund legt das geförderte Wasser bis
zu den sieben Hochbehältern um Kelheim einen
langen Weg zurück. Zwar liegt der Grundwasser-
spiegel in Kelheim mit ca. 20 Metern sehr hoch –
allerdings handelt es sich bei diesen tiefer liegend-
en Reservoirs um Donauwasser, das in einem
sehr aufwändigen Verfahren aufbereitet werden
müsste, was wiederum sehr teuer wäre.
Die gute Qualität des Kelheimer Trinkwassers
ist unter anderem seiner Höhenlage zu verdanken und wird seit Jahren regelmäßig durch ein zertifiziertes Trinkwasserlabor, die Ingolstädter Kommunalbetriebe AöR, Ingolstadt, überprüft und bestätigt. Zu Beginn jedes Jahres erhält die SWK ein Zertifikat, das die kontrollierte Qualität bescheinigt.
Wasser sparen
Wer die sinnvolle Wassernutzung auf das Wassersparen reduziert, vergisst, dass dies kein Ersatz für einen konsequenten Gewässerschutz ist. Wasser ist kein begrenzter Rohstoff wie Kohle, Gas oder Erdöl, sondern kehrt über den Wasserkreislauf immer wieder zu uns zurück.
Eine zu geringe Wasserabnahme kann dazu führen, dass sich die Verweilzeit des Trinkwassers im Leitungsnetz erhöht, was eine mögliche Verkeimung nach sich zieht.
Um die strengen hygienischen Anforderungen der Trinkwasserverordnung zu erfüllen, sorgen die Wasserversorgungsunternehmen für ausreichende Durchflussmengen in den Leitungen.
Wasser sinnvoll nutzen
Kühl und klar kommt das Trinkwasser in bester Qualität jederzeit aus der Leitung. Es ist ein idealer Durstlöscher, hat keine Kalorien und wirkt erfrischend und gesund. Als regionales Naturprodukt benötigt es keine langen Transportwege. Wer kohlensäurehaltiges Wasser bevorzugt, kann Trinkwasser mit Wassersprudlern zubereiten.
Für den Wasserhaushalt der Erde erscheint es förderlich, auch auf das bei der Herstellung von Lebensmitteln oder Industriegütern benötigte „virtuelle Wasser“ zu achten. Durch den Anbau von landwirtschaftlichen Produkten in wasserarmen Regionen und durch den Import dieser Güter wird der Wasserhaushalt in den Produktionsländern stärker belastet, als dies etwa bei der Fleischproduktion oder beim Gemüseanbau im wasserreichen Bayern der Fall wäre. Der World Wildlife Fund (WWF) hat 2009 für jeden Deutschen einen Wasser-Fußabdruck von täglich 5.288 Litern berechnet. Der durchschnittliche weltweite Verbrauch pro Kopf liegt bei 3.397 Litern pro Tag.
Ziel eines nachhaltigen Wassergebrauchs sollte daher sein, das Wasser möglichst wenig zu verschmutzen. Jeder kleine Beitrag hat bereits eine große Wirkung, wie z.B. entsprechend der Wasserhärte sparsam dosierte Waschmittel und die Verwendung von Essig- und Zitronensäure anstelle von scharfen chemischen Reinigungsmitteln in Küche und Bad. Chemikalien, Arzneimittel, Farbstoff- und Lösungsmittelreste sowie Altöle dürfen nicht in den Abfluss, sondern müssen bei Sammelstellen entsorgt werden. Im Garten sollten möglichst nur natürliche Düngemittel zum Einsatz kommen.
Gelangen die genannten Fremdstoffe in die Kanalisation, so verursachen diese in den Kläranlagen aufwändige und kostenintensive Reinigungsverfahren.
Regenwassernutzung
Mit dem Ziel, das Gleichgewicht des Wasserkreislaufes zu unterstützen sollte Regenwasser naturnah bewirtschaftet und genutzt werden. Regenwasser von Dächern kann zum Beispiel versickern oder aufgefangen und zur Gartenbewässerung genutzt werden.
Durch die direkte Versickerung von Regenwasser können Kanäle und Kläranlagen entlastet werden. Es ist zu beachten, dass Regenwasser keine Trinkwasserqualität hat. Daher sind häusliche Nutzungen unter hygienischen Aspekten nicht unbedingt empfehlenswert.
Auch unter finanziellen Gesichtspunkten amortisieren sich Regenwassernutzungsanlagen in Bayern für den häuslichen Gebrauch erst nach einer sehr langen Laufzeit. Abwasser wird dabei jedoch nicht vermieden, da zwar weniger Trinkwasser genutzt wird, die Abwassermenge aber gleich bleibt. Erfolgt dennoch eine Nutzung von Regenwasser für die Toilettenspülung bzw. für die Waschmaschine, so ist darüber das zuständige Wasserversorgungsunternehmen zu informieren und die Anlage beim Gesundheitsamt anzuzeigen.
Die Trinkwasserqualität im Haus liegt in der Verantwortung des Hauseigentümers
Die Wasserversorgungsunternehmen in Bayern tun alles dafür, dass höchste technische und hygienische Standards bei Bau, Betrieb und Unterhalt des Leitungsnetzes eingehalten werden. So ist sichergestellt, dass die Kunden jederzeit Trinkwasser erhalten, das die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung bei der Übergabe, d.h. am Wasserzähler einhält. Eine Nachbehandlung ist daher nicht erforderlich. Wird dennoch eine Anlage zur Trinkwasserbehandlung in der Hausinstallation eingebaut, bedarf diese der regelmäßigen Pflege und Wartung.
Für die ordnungsgemäße Errichtung, Erweiterung, Änderung und Unterhaltung der Hausinstallation ist grundsätzlich der Grundstückseigentümer verantwortlich (gemäß Art. 12 AVBWasserV). Auch das im Haus entnommene Trinkwasser muss zu jeder Zeit die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung einhalten.
Hausinstallation – nichts für Heimwerker
Arbeiten an der Hausinstallation dürfen nur von qualifizierten Fachleuten eines eingetragenen Vertragsinstallationsunternehmens durchgeführt werden. Diese sind ins Installateurverzeichnis der Wasserversorgungsunternehmen eingetragen. Sie kennen die örtlichen Gegebenheiten und die anerkannten Regeln der Technik.
Für die Trinkwasserinstallation sollten nur nach DIN- oder DVGW-Regelwerk
zertifizierte Bauteile und Stoffe mit entsprechendem Prüfzeichen verwendet werden. Wichtig ist auch die Auswahl des passenden Rohrleitungsmaterials. Hierfür eignen sich Edelstahl, Kupfer, PEX- oder PVC-C-Kunststoffe und Verbundwerkstoffe.
Beratung und Wartung vom Fachmann
Die Fachbetriebe der Sanitär- und Heizungsinnungen stehen dem Verbraucher mit einer fachkundigen Beratung zur Seite. Neben einer fachgerechten Planung und Installation ist auch die regelmäßige Wartung der Trinkwasserinstallation im Haus für eine lange Lebensdauer von Bedeutung.